Neuroqueer

Wir verstehen uns als „Neuroqueer”.

Das heißt, wir sind sowohl neurodivergent, als auch queer.

Neurodivergent sind Menschen, die in ihrer „Hirnverdrahtung”, im Funktionieren des Gehirns nicht den „gängigen” Normen entsprechen.

Beispiele sind:

  • Autist_innen
  • ADHSler_innen
  • Menschen mit Depressionen
  • Menschen mit Traumafolgen (PTBS, dissoziative Störungen)
  • Menschen mit Psychoseerfahrung/-erleben
  • Menschen mit Persönlichkeitsstörungen
  • usw.

Queer sind Menschen, die nicht den gängigen Normen von Geschlecht, Sexualität, geschlechtlicher Verkörperung, Begehren, etc. entsprechen und die sich auch Queer nennen wollen.

Beispiele sind:

  • Lesben, Schwule
  • Bi/Bisexuelle, Pansexuelle
  • Asexuelle (jeglicher romantischer (Nicht-)Orientierung usw.)
  • Aromantische (jeglicher sexueller (Nicht-)Orientierung usw.)
  • Trans Menschen (Leute, deren Geschlecht nicht das bei der Geburt zugewiesene ist)
  • Intersexuelle können das Wort „Queer” auch beanspruchen.

Wichtig: Das Wort Queer sollte nicht von außen „angeeignet” werden, und auch nicht auf Leute verwendet werden, die sich selbst nicht als queer definieren.

Warum Neuroqueer?

Ein Grund, warum Neuroqueer ist einfach der, dass es einige von uns gibt, die sowohl neurodivergent als auch queer sind. Wir finden uns oft in den einzelnen Communities (Gemeinschaften) nicht gut wieder. Mit Ausnahmen, wenn die gut auf sogenannte „Intersektionen” eingestellt sind, also dass Menschen neben dem, worum sich eine Community aufbaut (z.B. Autismus, oder trans, oder …), auch in anderen für sie bedeutenden Belangen Eigenschaften haben. Vor allem: Weitere marginalisierte Eigenschaften, wegen derer sie also an den Rand gedrängt und unterdrückt werden.

In vielen Gemeinschaften geht es also leider nicht, mit allem da zu sein. Zum Beispiel: In einer trans Gruppe bin ich vielleicht zu autistisch (oder ADHS oder wie auch immer), in einer Gruppe von Autist_innen (etc.) zu trans.

Mit Neuroqueer schaffen wir diesen Raum ausdrücklich.

Wir hoffen, auch gegenüber anderen marginalisierten Menschen und Gruppen keinen Mist zu reproduzieren. Wir hoffen, dass wir auch, soweit wir es nicht schon sind, inklusiv sein können. Es kann sein, dass wir das nicht immer schaffen, aber wir wollen es definitiv und sind willens dazuzulernen.

Denn „eindimensionale” Räume – wo Menschen sich nur mit einem Thema befassen und überschneidende Themen, Identitäten unter den Tisch fallen (Redewendung) lassen – gibt es schon mehr als genug.

 

3 Gedanken zu „Neuroqueer

  1. Ich finde die Idee gut Neurodivergenz und Queerness zu thematisieren. Beide Themen sind sehr tabuisiert. Es gibt auch nicht genug Informationen über Sexualität und Neurodivergenz.
    Ich habe die tagträumerische Variante des ADHS bzw ADS. Mir war nicht klar wie sehr mich dass auch auf Beziehungsebenen prägt. Wie etwa das ich sehr frühreif war oder auch Probleme damit habe Zärtlichkeit geschehen zu lassen. Und dann auch dass Unverständniß der Subkultur für mich und meine Bedürfnisse. nach Nähe und Geborgenheit. Diese Dinge thematisiere ich auch auf meinem Blog adstagtraeumer.wordpress.com

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